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Auf Wiedersehen Esprit


Am 24.10.2003 wird unser guter alter schwarzer 18jähriger Wallach
„Esprit FRH 3“ offiziell aus dem Turniersport verabschiedet. Am Freitagabend um 20 Uhr beim German Masters Turnier in Hannover.

Alle seine Reiter, Pfleger, Besitzer und sein Züchter werden dabei sein und viele seiner Fans.


Ich werde wohl nicht die Einzige sein, die an diesem Abend in der Halle 2 des Hannoveraner Messegeländes Tränen vergießt.
Tränen der Rührung und Dankbarkeit für ein Pferd, dass uns allen in den 7 Jahren, die er bei uns in Wäldershausen verbracht hat , sehr ans Herz gewachsen ist.

Ein großer Moment steht uns bevor und ich möchte Esprit gerne mit dieser Seite ehren und ihm Danke sagen!

Esprit wurde am 11.4.1985 geboren. Sein Vater war der Hannoveraner-Hengst Eiger I und seine Mutter stammte von Fürst Ferdinand ab.

Lars war auf diversen Turnieren auf ihn aufmerksam geworden und nach mehrmaligen Anfragen konnten wir ihn im Herbst 1996 endlich kaufen.

So viel Freude und auch Hoffnung lagen in diesem Augenblick!

Als er zu uns nach Wäldershausen kam, war er 11 Jahre alt und hatte seine ersten Erfolge unter dem Reiter Dolf-Dietram Keller gefeiert.

Ich erinnere mich noch genau an den Tag,
an dem er zu uns kam: es war ein trüber
Herbsttag im November 1996. Alle Mitarbeiter
hier in Wäldershausen warteten ganz aufge-
regt in der Mittagszeit auf seine Ankunft. Als
der Wagen mit dem Anhänger aufs Gestüt fuhr,
fing mein Herz ganz fürchterlich an zu pochen.

            Er war endlich da!

Esprit stand vor uns: ganz ruhig und gelassen.
So groß und schön hatte ich ihn mir nicht vorgestellt!

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Esprit gewöhnte sich ganz schnell an unser Gestüt und seinen neuen Reiter.

Lars setzte ihn das erste mal beim Festhallen-Turnier in Frankfurt ein.
Dort erreichten sie einen siebten Platz bei einem Zwei Phasen Springen.

Die ersten größeren Erfolge mit Esprit hatte Lars etwa ein halbes/dreiviertel Jahr später: In s’Hertogenbosch wurde er 3ter im Großen Preis, er war in Modena 2ter im Nationenpreis und gewann im Sommer S-Springen in Gera und Dortmund. Bei der Deutschen Meisterschaft 1997 belegte unser Paar den Dritten Platz.

Den Durchbruch hatte unser Paar beim Weltcupfinale in Helsinki im April 1998, als sie, nur knapp geschlagen von Rodrigo Pessoa, Zweite wurden.

Von da an gehörte unser „Spritti“, neben For Pleasure, zu den beiden Spitzenpferden in Wäldershausen.
  

 

 e Es ging ihm immer gut bei uns.

Seine Pflegerin Martha liebte ihn abgöttisch und konnte ihm kaum einen Leckerli-Wunsch verwehren.

Eine ganz große Schmusebacke ist er, unser Esprit. Ich glaube aber Leckerlis liebt er noch mehr als schmusen.

Fremden gegenüber ist er immer ein wenig skeptisch, aber mit Bananen, Karotten und Äpfeln kann man ihn sich relativ schnell zum Freund machen.
 Am meisten aber liebte er Lars. „Wenn Lars in den Stall kam, dann waren wir anderen alle nur noch Luft für Spritti“ erzählte mir Katrin Heinrich, die Esprit seit vier Jahren kennt und sich zusammen mit Martha Jansen und Robert van Haarst um ihn gekümmert hat.

Katrin erzählte auch, das Esprit sich immer vorbildlich verhalten hat, sei es auf Turnieren, auf Flügen oder in Wäldershausen. „Er war immer sehr ruhig und superlieb und superbrav".
Er war verlässlich und wirkte meistens total cool. So wie ein richtiger Profi!
Was er nicht mochte, war mit der Fähre fahren. Da bekam er meistens Fieber und fühlte sich gar nicht wohl.
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 eMartha über ESPRIT

Auf einmal war er da. Ein neuer "Kracher" im Stall. Ja ja, dachte ich nur. Lange aufs Turnier gezogen mit meine Schönlinge For Pleasure, Le Cou Cou und Amadeus, was sollte ich bloß mit so ein großes eckiges Pferd?
Gott sei Dank hat er eine große Blesse. Nach ein paar Wochen aber hatte er mein Herz erobert und die Anderen von ihren Thron gestoßen. Er ist ja soooo einfach in Umgang aber hat seine kleine Eigenarten die ihm grad zu Esprit machen. Zwingen kann man ihm zu gar nichts, nur Kompromisse schließen.Ich bin immer gerne mit ihm aufs Turnier gefahren und bin auch oft mächtig stolz auf ihm gewesen. Höhepunkt für mich war die 2ten Platz beim Weltcupfinale in Helsinki. Als er sich ganz unauffällig nach vorne geschlichen hatte.
Letzten Sommer habe ich ihm ein paar Mal in seiner Herde besucht. Und es war lustig zu sehen das manche Dingen sich nie ändern. Auf jeden Fall nicht seine Freundlichkeit zu anderen Pferde und sein leichtes Mistrauen den Menschen gegenüber. Außer wenn Äpfel zum Vorschein kommen. Dann verschwindet sofort dieser "kennen-wir-uns?" Blick und ist er wieder „mein Schönheit“.
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Robert über ESPRIT

Wäldershausen 1 April 1999

Den 1 April 1999 war den ersteTag das ich auf den Gestüt Wäldershausen arbeitet.
Ich sollte erst mal die Boxen an den linken Seite misten (das war der Siete wo die anderen Pferde standen ) SPRITTI stand an der rechte Seite (Promi Seite).

Das ging denn so 8 Wochen, weil Spritti noch seine andere Pflegerin hatte. Martha war bis da hin Sprittis Haupt Pflegerin. Das hieße das ich ihn nur mal in der Führmaschine bringen durfte und mal putzen, aber das war es dann auch schon...
Die Turniere die Spritti ging war ja Martha mit ihm unterwegs.... Aber so ist das. Und dann am 1. Januar 2000 hatte ich ihm vor mich alleine, das hiesse das ich wenn es ging mit Spritti zum Turnier ging..Als die Nachricht kam, das wir zu denn Olympiade in Sydney durften und ich mit konnte. Das war natürlich ganz toll weil Spritti nicht mehr das jüngste Pferd war.
So da fing es dann erst richtig an mit mir und Spritti. Ich hatte dort erst richtig Zeit mich um ihn zu kümmern, mit ihm ins das Gelände zu reiten ( ohne Sattel und Trense) das war immer ganz toll. Ich wies das es Spritti sehr gut getan hat das wir das immer gemacht haben. Er ist eine Einzelkämpfer, er wusste genau was er wollte, so darum habe ich auch nicht so viel mit ihn Rumgeschmüst wie man das mit anderen Pferde machen kann ...... Er ist eine die lieber alleine ist und seine Ruhe hatte das Rumtüdeln war nix für ihmSpritti ist das Pferd was mir sehr zum Nachdenken gebracht hat, weil er als unscheinbares Pferd sehr viel erreicht hat und ich gemerkt hab das man nicht immer aus der masse herausragen muss um sein Ziel zu erreichen!
Die kommende Jahre auf der Wiese, wird er jetzt genießen weil er da ohne Hektik und Stress das Leben eines Pferdes genießen kann...
Bleib Pferd SPRITTI .

 

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Esprit kämpfte immer für und mit seinem Reiter:

Im Sommer 1998 wurden Lars und Esprit Zweite bei den Deutschen Meisterschaften in Münster.

Diese Platzierung und erste Plätze bei den Nationenpreisen in La Baule und Calgary verschafften Lars und Esprit die erste ganz große Herausforderung: Die Weltmeisterschaft Ende September in Rom.
Unser ehemaliger Bundestrainer Herbert Meyer und Lars hatten sich nach dem Einlaufspringen entschieden, beim Kampf um die Medaillen nicht For Pleasure sondern Esprit einzusetzen.

Die beiden trugen zur Mannschafts-Goldmedaille in Rom bei und Esprit war von nun an der Star in Wäldershausen.

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  Mannschaftsweltmeister...  ...in Rom


Nachdem Robert Diestel seinen Hengst For Pleasure, Ende des Jahres 1998, aus Wäldershausen abholen ließ, war Esprit alleiniges Pferd N°1 in unserem Stall.

Lars konnte sich auf ihn verlassen. 1999 kamen so schöne Erfolge wie Siege bei Springen in Paris und Wiesbaden und im Weltcupspringen in s’Hertogenbosch.
Super Platzierungen in Dortmund, Paris-Porte Versailles, London und viele mehr.

Das Jahr 2000 wurde das erfolgreichste Jahr für Esprit und Lars.

In Hannover gewannen Sie gleich Anfang des Jahres den mit 100.000.- DM dotierten Großen Preis. In Zürich wieder ein S-Springen und in Aachen wurden sie mit der Mannschaft im Nationenpreis Zweite.


 

    

Ganz knapp war Lars und Esprits Nominierung in die Deutsche Mannschaft für die Olympiade in Sydney.

Aber es hat geklappt und so reiste unser Pfleger Robert zusammen mit Esprit im September 2000 nach Australien.

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 Lars flog eine Woche später nach.

 

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Zurück kamen sie mit einer Mannschafts-Goldmedaille im Gepäck.Durch einen Abwurf im ersten und einer Nullrunde im zweiten Umlauf waren Esprit und Lars maßgeblich daran beteiligt, dass unser damaliger Bundestrainer Herbert Meier vor seiner Pensionierung noch einmal einen solch grandiosen Erfolg feiern konnte.

 


 

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Nach dem Gewinn der Goldmedaille waren wir unendlich glücklich und stolz auf unsere Beiden.

Esprit hatte mit seinen 15 Jahren alles gegeben und Lars Nominierung für Sydney gerechtfertigt.



 Gold in Sydney

Am Ende dieses erfolgreichen Jahres gewannen Lars und Esprit den Großen Preis von Frankfurt und als Weihnachtsgeschenk holten sie sich eine Woche später auch noch den Sieg im Großen Preis von London.



 


Auch in den Jahren 2001 und 2002 war Esprit für Lars immer ein Pferd auf das er zählen konnte.


Viele schöne Platzierungen, u.a. eine Bronzemedaille mit der Mannschaft bei der Europameisterschaft in Arnheim, verbuchte unser Paar auf seinem Konto. Lars schonte seinen Schwarzen aber immer mehr, denn schließlich war er ja mit 16/17 Jahren schon ein älterer Herr.

Als er dann am 15. März dieses Jahres in Dortmund an den Start ging, da hatte mich Lars schon vorgewarnt.

 Wenn wir hier in diesem Springen gut abschneiden, dann werden wir Esprit aus dem Sport herausnehmen und ihm den Frühling und Sommer schon auf der Weide gönnen.
Durch eine Nullrunde in diesem Springen kam es genau so.
Bei der Siegerehrung wurde durch den Sprecher offiziell bekannt gegeben, dass Esprit von dieser Stunde an ein schönes gemütliches Rentnerdasein auf den grünen Weiden von Wäldershausen führen dürfe.

 EGlaubt mir, Lars hat es so entschieden, weil es das Beste für Esprit war.
Nach 15 Jahren im Sport war es einfach genug für ihn. Er hat in seinem aktiven Sportleben 386 Platzierungen errungen, davon 65 Siege (35 Siege bei S-Springen, 1 Olympische Goldmedaille, eine WM Goldmedaille).
Er hat mehr als unsere Hoffnung erfüllt.
Mit der großen Feier am 24.10. in Hannover werden wir allen Freunden, Pflegern, Reitern, Besitzern und Fans von Esprit die Gelegenheit geben, ein wunderbares Pferd zu ehren und ihm Auf Wiedersehen zu sagen.e
  

 

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 Esprit an seinem letzten Ziel

 

 Esprit wir danken Dir für Deinen Einsatz, Dein großes Herz und Deinen Kampfeswillen in all den Jahren, in denen Du mit Lars zusammen an Turnieren teilgenommen hast.
Wir hoffen, dass Du noch viele Jahre hier bei uns auf den Weiden glücklich bist. Freunde hast du ja schon gefunden. Mit Amadeus
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und dem Jährling Gino hast Du dich ganz fest angefreundet und tollst, zusammen mit diesen beiden, auf der Weide herum. Deine ehemaligen Pfleger Martha und Robert besuchen Dich, immer wenn sie zu Besuch in Wäldershausen sind und Katrin kümmert sich bis zum heutigen Tag sehr liebevoll um Dich.

 

 
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Du genießt die Freiheit ohne Eisen und ohne Sattel zu leben
und wir freuen uns darüber. Du hast es wirklich verdient.



Wir sind stolz auf Dich und lieben Dich!

 

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Tausend Dank für viele schöne Fotos von Esprit an:
Eva Schnurr und Annette Wesche ( Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst )


 
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